Social & Critical Design

influenstar

Jahr

2020

Meine Rolle
Konzeptentwicklung, Mockup, Videodrehbuch
Team

Influenstar ist ein medien- und konsumkritisches Critical Design Projekt, das unsere Sehgewohnheiten auf sozialen Netzwerken in den Fokus stellt. Durch die fiktive Influenstar-Produktwelt der ebenfalls fiktiven Deepfake Corporation wird ein mögliches Zukunftsszenario visualisiert, in dem Onlineinhalte gezielt von Influencer:innen gefälscht bzw. auf die wirkliche Umgebung gemappt werden. Die Grenze zwischen realen und virtuellen Bildern verschwimmt. Die Nutzer:innen werden durch die Influenstar Produkte getäuscht und bekommen nur zu sehen, was sie sehen sollen.

influenstar

Influencer Marketing gewinnt heute immer mehr an Bedeutung. Wer sich heutzutage über neue Produkt informiert, tut dies nämlich oftmals online, über Netzwerk-Kontakte. Denn hier fühlen sich die Konsumenten, verstärkt durch personalisierte Werbung und Inhalten in der Filterblase, persönlich angesprochen. Jeder zweite Follower gibt an, schon einmal ein Produkt gekauft zu haben, das ihm im Netz von Influencern empfohlen wurde [1]. Besonders empfänglich für Influencer Marketing sind jüngere Zielgruppen: gerade bei Menschen bis 24 Jahren wächst der Einfluss von bekannten Instagram Influencern oder YouTubern [2]. Auch komplett künstliche Influencer, wie das computergenerierte Model Lil Miquela sind in den letzten Jahren unwahrscheinlich erfolgreich. Lil Miquela ist ein zeitgeistliches Geschäftsmodell der Firma Brud, die mit der virtuellen Kunstfigur Millionen verdient. Lil Miquela hat 2,5 Millionen Fans auf Instagram und modelt für die ganz großen Marken: Prada, Chanel und Tommy Hilfiger. Eines unterscheidet Lil Miquela von den üblichen Influencern: an ihr ist auch außerhalb von Instagram nichts echt [3].

« Können wir unseren Augen bei künstlichen oder geschickt täuschenden Influencern und der Vielzahl an verfügbaren Filtern und Deepfakes noch trauen? »
[4]

Methodik & Konzeption

Bei der Konzeption von Influenstar bedienten wir uns unter anderem an Methoden des Speculative- und Critical Designs. Unsere Intention beim Projekt war dabei, eine Zukunftsvision zu visualisieren, die relativ nah an der Gegenwart liegt und dadurch für die Betrachtenden sehr tangibel ist. Beim Betrachten des Projektes soll zum einen die Vorstellung möglich sein, dass die gezeigten Produkte schon existieren könnten.

Ab einem gewissen Punkt zeichnet sich jedoch auch klar ab, dass das Gezeigte eine absurde und überspitzte Form annimmt. Das gesamte Projekt wird dadurch diskutierbar und kann zu einer Debatte darüber anregen, was es mit den Menschen macht, falls Onlineinhalte und deren Erstellung in Zukunft nicht nur künstlicher, sondern auch einfacher zugänglich für die breite Masse werden. Die Betrachtenden bekommen durch das aufgezeigte Szenario die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wie sie zu der aufgezeigten Entwicklung stehen. Wir hoffen, unser Projekt regt zudem zu einer Reflexion über eine wünschenswerte Zukunft an.

Ergebnis

Das Influenstar Starter Kit wird im Rahmen des Projektes von der fiktiven Influencerin Babsi in “Babsis World” vorgestellt. Babsi ist in diesem Szenario eine Micro-Influencerin, also eine Influencerin mit weniger als 100.00 Followern. Sie ist sehr offen für Trends und bewirbt gerne ihre Lieblingsmarken in Videos für ihre Follower. Unsere Kund:innen erhalten ihre Produkte ganz einfach, indem sie diese in unserem Onlineshop bestellen. Der Aufbau ist simpel – es gibt verschiedenste Bundles in unterschiedlichen Variationen und Größenordnungen und zusätzlich große Komplettpakete. Übergeordnet befinden sich Produktkategorien, sortiert nach Social-Media-Plattform, die das Finden der passenden Content-Tools und Bundles erleichtern sollen.

«Mit Influenstar haben wir eine Produktpalette speziell für Influencer:innen und solche, die es werden möchten, gestaltet. »

Erscheinungsbild

Bei der Gestaltung des Influenstar Starterkits stehen zum einen die Visualisierung der Social-Media-Welt mit ihrer visuellen Überschwänglichkeit, zum anderen die Repräsentation des fiktiven Unternehmens hinter Influenstar im Fokus. Diese beiden Bereiche stehen zueinander im Kontrast. Während die Welt der Social Media Plattformen mit kräftigen Farben und dynamischen Verläufen repräsentiert wird, sind die Elemente, die für die Marke und das Unternehmen hinter Influenstar stehen, buchstäblich eine “leere Leinwand”. Das Prinzip der Produkte, auf die beliebige Inhalte gemappt werden können, wurde dabei visuell auf die Markenpräsenz übertragen.

Mehr zum Projekt

Projektdetails: HfG Schwäbisch Gmünd I Master Strategische Gestaltung SS 2020, Kurs: Analytische Gestaltung I Betreuer:in: Prof. Benedikt Groß

Team:  Afife Eser, Lisa Kern, Tebeya Leicht

Detailierte Einblicke in die Recherche und Analyse:  Projektseite

Quellen: [1] Hilker, Claudia (2020), Aktuelle Studien zum Influencer Marketing, https://www.hilker-consulting.de/influencer-marketing/aktuelle-studien-zum-influencer-marketing, letzter Zugriff 20. Juli 2020. [2] Hilker, Claudia (2020), Aktuelle Studien zum Influencer Marketing, https://www.hilker-consulting.de/influencer-marketing/aktuelle-studien-zum-influencer-marketing, letzter Zugriff 20. Juli 2020. [3] Orange by Handelsblatt (2018), Diese Influencerin ist zu schön, um wahr zu sein – und macht damit Millionen, 15.November, https://orange.handelsblatt.com/artikel/51677, letzter Zugriff 20. Juli 2020. [4] Lil Miquela, Quelle: https://dmexco.com/de/stories/wie-virtuelle-influencer-im-digital-marketing-fuss-fassen/, 2020